Rheydter Flugmodell - Club e.V. - Wey

RFMC e.V. - Wey 1967

Presseartikel

Presseartikel NGZ vom 15.06.2015

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/korschenbroich/120-modellflieger-aus-europa-starten-und-landen-in-wey-aid-1.5164363

120 Modellflieger aus Europa starten und landen in Wey

                                                       

Zum 14. Mal richtete der Rheydter Flugmodell-Club im kleinen Wey sein Großseglertreffen aus. Er hofft, mehr Jugendliche für das Hobby zu gewinnen.       Von Jannik Zintl   

    

Aus ganz Europa kamen die Modellflug-Begeisterten in das kleine Wey. Dort richtete der "Rheydter Flugmodell Club Wey" (RFCW) zum 14. Mal ein Großsegler-Treffen aus. Insgesamt 120 Flugzeuge starteten und landeten an den beiden Tagen auf dem Areal des Klubs.

Willi Helpenstein (65) ist verantwortlich für die Organisation. Für die Großseglertreffen ist er in ganz Europa unterwegs, hat zahlreiche internationale Kontakte geknüpft. Mehr als zehn Mal pro Jahr packt er zusammen mit seiner Frau Martina (58) seine eigenen Modellflugzeuge ein, um sie etwa in Belgien fliegen zu lassen. Bereits mit elf Jahren hat Helpenstein die große Begeisterung für die kleinen Flieger gepackt: "Wenn Flugzeuge vorbei geflogen sind, was das für mich ein Abenteuer." Jetzt wünscht er sich, dass sich auch weiterhin Jugendliche dafür begeistern lassen. Einfach wird es für den Verein nicht: Unter den 128 aktiven Mitgliedern sind nur zehn Jugendliche. Oft sei es für die jungen Menschen schwer, zu den Flugplätzen zu kommen, weil sie die eigenen Modellflieger mitbringen müssen. Nicht alle Eltern könnten sich für das Hobby des Nachwuchses begeistern.

Für die Älteren ist der Flugplatz in Wey ein Stück Heimat. "Teilweise verbringt man ganze Tage am Flugplatz und fachsimpelt über die Modelle", erzählt Willi Helpenstein. Als Modellflugzeugpilot müsse man viel Zeit mitbringen - und auch Geld. Denn: Flugzeuge gibt es für 200 Euro, aber auch für einige zehntausend Euro. Wenn Modelle selbst gebaut werden, dann werden Männer zu "Kellerkindern", erzählt Martina Helpenstein. Tagelang seien sie im Keller oder in der Garage verschwunden, um an ihren kleinen Maschinen zu bauen und diese flugtauglich zu machen.

Interessierte sind auf dem Gelände des RFCW gerne gesehen. Neue Mitglieder und Einsteiger werden behutsam in die Welt des Modellflugs eingeführt. Für Willi Helpenstein die größte Freude: dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte. Mit seiner Firma HKM-Flugzeugbau stellt er bereits seit einigen Jahren erfolgreicher Modellflugzeuge her. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur ist mit viel Enthusiasmus dabei, will bis zum Lebensende Modellflugzeuge fliegen. Seine Frau unterstützt ihn, fast alle Frauen begleiten ihre Männer zu den Treffen und freuen sich auf die Tage. "Den steifen Nacken am Montag nimmt man dafür gern in Kauf", sagt Martina Helpenstein lachend. In Wey war zu erleben: ein Miteinander der Generationen. So steuert ein Elf-Jähriger sein Modellflugzeug vom Boden aus, während ein 82-Jähriger zusieht und wartet, dass er sein eigenes Model starten lassen kann.

Und auch im kommenden Jahr wird das kleine Wey wieder zum Ziel für zahlreiche Flugbegeisterte, wenn das nächste Großseglertreffen ansteht.

Quelle: NGZ





Presseartikel NGZ vom 11.05.2017

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/juechen/im-kleinen-wey-landen-sogar-duesenflieger-aid-1.6811001

11. Mai 2017 | 00.00 Uhr

Jüchen

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Im kleinen Wey landen sogar Düsenflieger

Jüchen: Im kleinen Wey landen sogar Düsenflieger

Sie teilen die Begeisterung für Miniatur-Flugzeuge (v.l.): Guido Eller, Oliver Felthaus und Hermann Klinger an der nachgebauten Transall-Transportmaschine.

FOTO: Kandzorra Christian

Jüchen. Der Rheydter Modellflug-Club ist am Rande des kleinen Dorfes zuhause: Dort betreiben die Mitglieder eine Graspiste. Bei gutem Wetter lassen sie auch originalgetreue Jets in den Himmel steigen. Ein Besuch bei den Modell-Enthusiasten. Von Christian Kandzorra

Wenn Mario Heitbrink den Regler auf der Fernsteuerung nach oben schiebt, wird es richtig laut: Die Turbine läuft auf Hochtouren, es pfeift, der ganze Düsenjet beginnt zu zittern. Nur weil der Pilot die Handbremse an seinem Modell angezogen hat, schießt der "X Calibur"-Jet nicht schlagartig nach vorne. Schon der kurze Test am Boden beweist: In vielen Modellflugzeugen der Mitglieder des Rheydter Modellflug-Clubs steckt jede Menge Hightech und vor allem Power. Bis zu 300 Kilometer pro Stunde schafft allein der Jet von Hobby-Pilot Mario Heitbrink, wenn er über dem Flugfeld am Rande des kleinen Dörfchens Wey so richtig Gas gibt. Der Verein, der vor 50 Jahren in Rheydt gegründet wurde, ist schon seit Mitte der 1970er Jahre auf der von Feldern umgebenden Piste zuhause.

Viele kennen den etwas versteckt liegenden Modellflugplatz gar nicht - obwohl das 8000 Quadratmeter große Areal samt Vereinsheim gerade an sonnigen Tagen stark frequentiert ist. Denn: Der Verein zählt 128 Mitglieder, deren "harter Kern" oft sogar aus umliegenden Städten anreist, um in Wey seine Flugmodelle zu starten. Damit gehören ihm fast so viele Modell-Enthusiasten an, wie Menschen in Wey leben. Tatsächlich ist auf der Graspiste aber schon so einiges gelandet: ein Airbus A340 zum Beispiel - zwar nur in einer Miniatur-Version, aber dafür mit viel Liebe zum Detail gebaut. Im Original ist das ein Langstreckenjet, der derzeit etwa täglich von Düsseldorf nach New York fliegt. Ein anderer "Brummer": eine Transall C160 im Maßstab 1:10 mit einer Spannweite von stolzen vier Metern. Der Mini-Transportflieger "Marke Eigenbau" von Vereinsmitglied Hermann Klinger liegt wie ein Brett in der Luft. "Es hat drei Jahre gedauert, bis das Modell fertig war", erzählt Klinger, der mit einem Kollegen an der Maschine getüftelt hat.

Die beiden Bastler haben viel Zeit und mit rund 8000 Euro auch viel Geld in den originalgetreuen Flieger gesteckt, der über zwei 2,7 PS starken Verbrennungsmotoren verfügt und damit eine Spitzengeschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde erreicht. Erstaunlich: Trotz ihrer Größe bringt die Modell-Transall vollbetankt gerade einmal 24,7 Kilo auf die Waage. "Alles, was schwerer als 25 Kilo ist, müsste vom Luftfahrtbundesamt abgenommen werden wie ein echtes Flugzeug", sagt Vereinsschriftführer Oliver Felthaus. Die Leichtbauweise macht also Sinn - bei denen, die auf einen fertigen Bausatz verzichten und alles in Eigenregie machen, zählt jedes Gramm.

So viel Geduld wie Hermann Klinger würde nicht jeder in so ein Modellflugzeug stecken. "Ich bin eher einer von denen, die das Modellfliegen sportlich betreiben", erzählt Vereinschef Guido Eller. Er kommt regelmäßig mit Segelflugzeugen auf den Platz und versucht unter anderem, seine Modelle so lang wie möglich in der Luft zu halten. "Segeln" - das mag im Vergleich zur Steuerung von Mario Heitbrinks Düsenjet oder der dicken Transall fast schon gemütlich klingen. Es ist aber alles andere als einfach. "Es geht darum, die Thermik zu nutzen und immer wieder an Höhe zu gewinnen", sagt Eller. Und das alles per Fernsteuerung vom Boden aus - eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Verantwortung verlangt, weil gerade die detailgetreu nachempfundenen Modelle oft mit vielen Tausend Euro richtig ins Geld gehen und ein Absturz entsprechend ärgerlich wäre.

Modellflieger Oliver Felthaus beruhigt jedoch: "Der Einstieg in das Hobby ist nicht so teuer. Es gibt gute Modelle, mit denen jeder das Modellfliegen lernen kann, schon ab 300 Euro." Tatsächlich sucht der Verein Nachwuchs-Piloten, denn der Altersdurchschnitt der Mitglieder steigt. Noch bis zum Saisonende im Oktober herrscht auf dem Flugfeld in Wey Betrieb; im Winter lassen die Piloten ihre Modelle nur noch sporadisch in die Luft steigen.

Quelle: NGZ